Scrum (Jeff Sutherland)

von Jeff Sutherland

In einer Welt, in der agile Methoden immer mehr an Bedeutung gewinnen und traditionelle Projektmanagement-Ansätze hinter sich lassen, bietet „Scrum“ von Jeff Sutherland einen faszinierenden Einblick, wie man Projekte nicht nur effizienter, sondern auch mit mehr Freude am Arbeitsplatz umsetzen kann.

Als Mitbegründer von Scrum gibt Sutherland tiefe Einblicke in das Herz dieses revolutionären Ansatzes und vermittelt praxisnahe Strategien, um die Produktivität zu steigern, die Teamdynamik zu verbessern und letztendlich erfolgreicher zu sein.

In meiner Rezension werde ich untersuchen, wie „Scrum“ die Prinzipien hinter diesem agilen Framework darlegt, seine Anwendbarkeit in verschiedenen Arbeitsumgebungen diskutieren und bewerten, wie gut es dem Leser vermittelt, was Scrum wirklich bedeutet und wie es implementiert werden kann, um transformative Ergebnisse zu erzielen.

Verfügbar als:

Die Kernaussagen im Buch "Scrum"

Scrum trumps the traditional Waterfall model

Jeff Sutherland führt in seinem Werk einleuchtend aus, warum das traditionelle Wasserfallmodell für das Projektmanagement – bekannt für seine strikten, sequentiellen Phasen und symbolisiert durch Gantt-Diagramme mit ihren farbcodierten Balken – oft zu enttäuschenden Ergebnissen führt.

Er zeigt auf, wie diese Methode, die versucht, komplexe Projekte in starre Zeitpläne zu pressen, zu katastrophalen Fehlschlägen führen kann.

Ein bezeichnendes Beispiel hierfür ist das Scheitern des Virtual Case File-Projekts des FBI, das nicht nur Jahre verschwendete, sondern auch 170 Millionen Dollar an Steuergeldern kostete, ohne dass auch nur eine Zeile Code geschrieben wurde.

Sutherland argumentiert überzeugend für den Übergang zum Scrum-Projektmanagementansatz, der auf Teamarbeit und kontinuierlichem Feedback basiert. Scrum, dessen Name sich von einer Formation im Rugby ableitet, bei der das Team zusammenarbeitet, um den Ball voranzutreiben, fördert eine eng verbundene Zusammenarbeit mit einem klaren, gemeinsamen Ziel.

Der Autor belegt die Effektivität von Scrum mit dem Erfolg des FBI bei der Implementierung von Sentinel, einem Projekt, das schneller, mit weniger Personal und geringeren Kosten erfolgreich umgesetzt wurde, als es mit herkömmlichen Methoden der Fall gewesen wäre.

Teamwork ist entscheidend

Der Autor vermittelt, dass der Schlüssel zum Erfolg eines Projekts in der Zusammenarbeit des Teams liegt und dass Manager die Teamleistung durch vier Änderungen verbessern können. Erstens sollte man den Teammitgliedern die Freiheit geben, selbst zu entscheiden, wie sie die Ziele erreichen. Dies wird durch das Beispiel der preisgekrönten Berichterstattung von NPR über den Arabischen Frühling in Ägypten illustriert, bei der das Team autonom über die Gestaltung ihrer Geschichten entschieden hat.

Zweitens betont der Autor, dass Teams insgesamt mehr erreichen können als Einzelpersonen, wenn sie ein gemeinsames, größeres Ziel verfolgen. Diese gemeinsame Zielsetzung trug auch zum Erfolg von NPR bei, da das einzigartige Ereignis des Arabischen Frühlings den Journalisten einen höheren Sinn verlieh.

Drittens empfiehlt er, den Austausch zwischen verschiedenen Teams zu fördern und neue, selbstständige Teams zu bilden, die funktionsübergreifend sind und über alle notwendigen Fähigkeiten verfügen, um ein Projekt erfolgreich abzuschließen. Die Vielfalt an Fähigkeiten, Denkweisen und Erfahrungen innerhalb dieser Teams führt zu besseren Ergebnissen.

Schließlich rät der Autor dazu, die Teamgröße zu reduzieren, idealerweise auf fünf bis neun Mitglieder. Kleinere Teams sind effektiver, da eine Zunahme der Teammitglieder die Anzahl der Kommunikationskanäle erhöht, was wiederum die Effizienz beeinträchtigt. Diese Empfehlungen zielen darauf ab, die Teamarbeit zu optimieren und den Projekterfolg zu steigern.

Feedback-System

Der Autor hebt hervor, dass Scrum mit seinen Sprints eine effektive Lösung für das häufige Problem falscher Zeitabschätzungen im Projektmanagement bietet. Sprints sind kurze, auf spezifische Aufgaben ausgerichtete Arbeitsphasen, die nach Abschluss zur Reflexion und Anpassung der Ziele führen.

Diese Methodik ermöglicht eine schnelle Reaktion auf Probleme und verhindert langwierige Arbeit an letztendlich nutzlosen Projekten.

Der Autor empfiehlt, sich pro Sprint auf eine Aufgabe zu konzentrieren und einen konsistenten Rhythmus beizubehalten, sowie tägliche Kurzmeetings, die sogenannten Daily Stand-Ups, durchzuführen.

Diese dienen der Koordination und sollen nicht länger als 15 Minuten dauern. Die Wirksamkeit von Scrum und Daily Stand-Ups wird durch das Beispiel von Eelco Rustenburg illustriert, dessen Hausrenovierung in nur sechs Wochen abgeschlossen wurde – im Gegensatz zu seinen Nachbarn, die ohne Scrum dreimal so lange benötigten.

Fokus durch Eliminierung nicht-zielorientierter Dinge

Ein zentraler Punkt in Scrum, so der Autor, ist die Vermeidung von allem, was von der eigentlichen Aufgabe ablenkt. Er schlägt vor, Projekte durch fokussierte Einzelaufgaben abzuschließen und Multitasking zu vermeiden, da es Zeit und Energie verschwendet. 

Ein weiterer Ratschlag ist, das Geschaffene auch zu nutzen, um nicht Ressourcen für ungenutzte Ergebnisse zu verschwenden, wie das Beispiel von General Motors zeigt, das 2012 mit 7,5 Milliarden Dollar an unverkauften LKW einen erheblichen Verlust hinnehmen musste.

Um Verschwendung weiter zu reduzieren, empfiehlt der Autor, Fehler sofort zu korrigieren. Eine Studie von Palm zeigt, dass die sofortige Behebung eines Fehlers wesentlich effizienter ist als eine verzögerte Korrektur. Überarbeitung vermeiden ist ebenso wichtig; übermüdete Mitarbeiter neigen zu Fehlern, die weitere Fehler nach sich ziehen können.

Er betont, dass kürzere Arbeitszeiten, Pausen und außerhäusliches Mittagessen die Zufriedenheit und Produktivität steigern, gestützt durch Forschung, die zeigt, dass israelische Richter nach Pausen bessere Entscheidungen treffen.

Der Autor fasst zusammen, dass der Schlüssel zur Vermeidung von Verschwendung darin liegt, vernünftig zu sein und die Motivation der Mitarbeiter nicht durch unerreichbare Ziele zu verschwenden. Kontinuierliche Krisen und knappe Erfolge führen nur zur Erschöpfung der Mitarbeiter.

Mehr Produktivität durch Zufriedenheit

Der Autor erklärt, dass Glück zu Erfolg führt, nicht umgekehrt. Er nutzt Zappos als Beispiel, wo Mitarbeiterglück durch verschiedene Programme gefördert wird, was zu signifikantem Unternehmenswachstum führte.

Sichtbarkeit neben Verbindung wird als Schlüsselwert für Glück am Arbeitsplatz hervorgehoben. Geheimhaltung wird als schädlich betrachtet, während Transparenz durch Instrumente wie das Scrum-Board und die Identifizierung von Verbesserungsmöglichkeiten, dem „Kaizen“, nach jedem Sprint gefördert wird.

Retrospektiven helfen, das Teamgefühl und individuelle Zufriedenheit zu verstehen und zu verbessern, wodurch Vertrauen und letztendlich bessere Leistungen entstehen.

Priorisierung ist unverzichtbar

Der Autor betont, dass das letzte Kernprinzip von Scrum darin besteht, Prioritäten richtig setzen zu können, was die Hauptaufgabe des Product Owners ist. Dieser entscheidet, was und wann etwas getan werden soll.

Im Scrum-Modell gibt es drei Rollen: die Teammitglieder, den Scrum Master, der dem Team hilft, effektiv zusammenzuarbeiten, und den Product Owner, der für die Gesamtvision des Projekts verantwortlich ist, das Backlog verwaltet und die Richtung für jeden Sprint vorgibt.

Ein effektiver Product Owner muss den Markt gut kennen, Entscheidungen eigenständig treffen können, für das Team erreichbar sein und für das Endprodukt bzw. den erwirtschafteten Umsatz verantwortlich sein. Inspiriert wurde diese Rolle von Toyotas Chefingenieuren, die für eigene Produktlinien wie den Corolla zuständig sind und das Team leiten, ohne direkte Berichterstattung.

Product Owners nutzen innerhalb des Scrum-Systems die OODA-Schleife (Observe, Orient, Decide, Act) für Entscheidungen basierend auf Echtzeit-Feedback. Diese Methode wird auch von Kampfpiloten angewendet, um Gefahren zu bewerten, ihre Position anzupassen, den nächsten Schritt zu planen und diesen dann umzusetzen, bevor der Zyklus von vorne beginnt.

Bei der Entscheidung für den nächsten Sprint sollten Product Owners genau diesen Prozess verfolgen.

So startest du dein Scrum Projekt

Um Scrum an deinem Arbeitsplatz einzuführen, starte mit diesen Schritten: Wähle einen Product Owner und stelle ein Team zusammen, das alle nötigen Fähigkeiten für das Projekt mitbringt.

Das Team sollte idealerweise fünf bis neun Personen umfassen. Bestimme einen Scrum Master, der bereits mit Scrum vertraut ist und das Team in den Scrum-Techniken schult. Erstelle dann das Projekt-Backlog, eine Liste aller Aufgaben, die erledigt werden müssen, wobei du die Aufgaben mit dem höchsten Wert und dem geringsten Risiko zuerst angehst.

Achte darauf, dass alle Aufgaben in Sprints von weniger als einem Monat abgeschlossen werden können.

Plane dein erstes Scrum-Meeting und den ersten Sprint, richte ein Scrum-Board ein, um alle Arbeiten sichtbar zu machen, und führe tägliche Stand-Up-Meetings durch, um den Sprint reibungslos zu gestalten.

Nach Abschluss des Sprints veranstalte eine Sprint-Review, um die Ergebnisse vorzustellen, und führe eine Sprint-Retrospektive durch, um actionable Verbesserungen für die nächsten Sprints zu identifizieren. Anschließend gehst du zum nächsten Sprint über.

Mein Fazit zum Buch "Scrum"

Wer könnte wohl besser ein Buch über Scrum schreiben als einer der Mitbegründer diese Methodik? Jeff Sutherland gibt in seinem Buch einen perfekten Überblick über Scrum, wie es funktioniert, welche Prinzipien es verfolgt und wie man es implementiert.

Als jemand, der Scrum schon lange kennt, aber eine ganze Weile von der „Reinen Lehre“ entfernt ist, hat dieses Buch alle relevanten Fakten perfekt vermittelt.

Ich denke, dass Scrum von Jeff Sutherland ein perfektes Buch ist, um in die Thematik einzusteigen oder sein Wissen erneut aufzufrischen.

Letzte Aktualisierung am 22.04.2024 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Tobias Jakob

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